Thema Segeln – was lest ihr so?

Viele kennen das vielleicht – über die einfachsten Themen kommt man plötzlich auf grundlegende Gedanken. Mir ist es zumindest in den letzten Tagen mal wieder passiert.

Mein 12-jähriger Sohn, auch segelbegeistert (kein Wunder bei dem Vater 😉 ) muss in der Schule ein Referat halten und die Entscheidung fiel sehr schnell zu Gunsten der aktuellen Vendee Globe, da wir beide diese sehr hautnah verfolgt haben und ihn die Regatta sehr beeindruckt hat. Also machte er sich erst einmal auf, „Material“ zu sammeln und das geht heutzutage natürlich am besten im Internet. „Schau doch mal bei der Yacht …“, habe ich ihm spontan gesagt und dann auch noch „Segelreporter.com“ empfohlen. Die offizielle Seite des Vendee Globe ist ja leider nur französisch und so gut ist das Englisch der 6. Klasse nun leider doch noch nicht. Mich selbst hat das dann auch neugierig gemacht und so habe ich selbst einmal recherchiert. In diesem Zusammenhang ist mir dann auch noch ein Post auf Facebook aufgefallen, in dem sich einer User – aus meiner Sicht absolut zu recht – darüber beschwert, dass man in deutschen allgemeinen  Medien gar nichts darüber liest, aber wenn einer im australischen Dschungel hustet, bewegt das die ganze Medienwelt.

Und so habe ich mir mal bewusst gemacht, wie ich mich derzeit über die Themen rund ums Segeln informiere – was leider nicht immer so einfach ist.

Die Printmedien

Natürlich lese ist seit 40 Jahren die Yacht, habe auch schon mal einen Anstecker als treuer Abonnent erhalten, aber ist das immer noch aktuell? Eigentlich habe ich das Abo nur deshalb immer noch, weil die Papierausgabe noch andere Familienmitglieder lesen, ich lese sie sowieso schon digital auf dem iPad – auch wenn das eigentlich nur eine Abbildung der Print-Ausgabe ist und die App ausser noch mehr Werbung keinen Mehrwert bietet. Ab und zu lade ich auch segeln, palstek oder das Segel-Journal aufs iPad, aber eigentlich könnte ich auch darauf verzichten. Ich glaube immer mehr, dass diese Art der Medien (alle 2 – 4 Wochen eine Printausgabe zu veröffentlichen) nicht mehr der Wirklichkeit entspricht. Denn bis ein Artikel geschrieben, gesetzt und gedruckt wird, ist das Thema eigentlich schon durch. So werden die Printmedien für mich mittlerweile von den Online-Medien auf Dauer überholt.

Online Auftritt der Zeitschriften

Hier nutze ich doch immer wieder den Online-Auftritt der Yacht, man findet aktuelle Themen, kann alte Artikel recherchieren und es gibt vielfältige Rubriken. Das wars dann aber auch. Das Segeln-Magazin hat auf der Startseite noch Artikel von der Olympiade und die Navigation funktioniert auf meinem Mac gar nicht, das Segeljournal zeigt nur Titel der Ausgaben der Zeitschrift. Also eigentlich wenig erbaulich.

Online Magazine

Dann gibt es noch die wenigen reinen Online-Magazine. Mein persönlicher Favorit ist eindeutig  SegelReporter.com und hier zahle ich gerne den Beitrag. Sehr aktuell, gut geschrieben, klare Gliederung und die Artikel mit mehr Hintergrund als es die Printmedien online liefern. Sehr bewusst wurde mir das bei dem Thema meines Sohns – dem Vendee Globe. SegelReporter.com hat in den ersten 74 Tagen des Rennens mehr als 90 Artikel mit viel Information, Grafiken und Videos veröffentlicht, das führende Printmagazin 50 Artikel, die in der Regel auch nur ein Drittel Inhalt hatten. Wobei die Menge allein es sicher auch nicht ausmacht, die Artikel bei SegelReporter.com waren zumindest aus meiner Sicht allesamt auch noch sehr lesenswert. Ganz neu am Markt will sich jetzt das floatmagazin etablieren, da bin ich mal gespannt, wie sich das entwickelt. Ein spannender Ansatz, vor allem, weil auch mal andere Themen rund ums Segeln angesprochen werden.

 

Blogs, Foren, Social Media

Jetzt wird es aus meiner Sicht sehr schwierig. Auf Facebook gibt es einige Gruppen rund ums segeln, die sind aber mehr oder weniger vor allem zur Belustigung. Da rühmt sich eine Gruppe mit tollen Bildern, auf denen sich vor allem nackte Frauen auf Schiffen reckeln oder es wird diskutiert, was Werbung ist und was nicht. Ansonsten ist der Informationsgehalt eher mau und man findet meistens immer die gleichen User.

Foren gibt es auch eine große Menge, hier halte ich mich persönlich überhaupt nicht auf. Meine Erfahrung ist, dass Menschen entweder über Themen diskutieren, die keine Ahnung haben oder ewige Meckerer, die gegen alles und jeden etwas auszusetzen haben. Das ist mir ehrlich gesagt zu anstrengend, seitenweise Posts zu lesen, wo sich Menschen über die Segeleigenschaften eines Schiffes unterhalten, ohne jemals das Schiff gesegelt geschweige denn gesehen zu haben (ausser auf Bildern im Internet). Als ich meine BENTE neu hatte, habe ich mir ein paar dieser Foren zu Gemüte geführt. Da haben User über Details geschrieben, ohne je auf dem Schiff gesessen zu haben und wenn man als Eigner die Fakten schreibt, wird man beschimpft – das brauche ich wirklich nicht.

Dann die lieben Blogs – ein Medium, das ich grundsätzlich für sehr zukunftsträchtig halte, da hier in der Regel Menschen ihre echten Erlebnisse beschreiben und man daraus viel lernen kann. Hier ist es nur schwierig, immer den richtigen Blog für das richtige Thema zu finden. Und jedesmal zig Blogs zu lesen, wenn man etwas sucht – naja. So bleibt es bei mir dabei, dass ich ein paar regelmäßig lese (z.B. diggerhamburg von Stephan Boden) und ansonsten gar keine. Einen guten Ansatz findet hier aus meiner Sicht segelnblogs.de, die versuchen, Blogs auf einer Seite zusammen zu führen und zu strukturieren. Das scheint aber eine Privatinitiative zu sein und so klappt leider nicht alles so, wie es sich die Herausgeber wünschen. Aber eigentlich eine klasse Idee.

Zu guter letzt gab es letztes Jahr den Versuch, eine eigene „Segler-Community“ unter dem Label SailsUnited im Internet aufzubauen. Ich habe mir das ein paar Monate angeschaut, aber so richtig in Fahrt ist die Community nicht gekommen und die AGB’s haben mich dann auch nicht wirklich angesprochen, aber das muss jeder für sich entscheiden.

Und was lest ihr?

Wie ist das Thema nun für meinen Sohn ausgegangen? Er nimmt als Basis für sein Referat die Artikel von SegelReporter.com und ein paar grundsätzliche Infos zum Vendee Globe aus Wikipedia etc. Und ich bin mir bewusst geworden, dass ich doch weiterhin mehrere Kanäle nutzen werde. Die Yacht vor allem für Test, neue Features etc., SegelReporter.com vor allem über aktuelle Veranstaltungen, neue Boote Wettbewerbe und das floatmagazin wenn es mal etwas anderes sein soll.

Nun würde mich aber interessieren, wie informiert ihr euch über Aktuelles, Neuerungen, alles rund um unser Hobby Segeln? Teil ihr meine Meinung oder was nutzt ihr? Da bin ich jetzt wirklich neugierig. Ich mache mich jetzt auf die Suche für ein Segelrevier – Ostern geht es auf die Seychellen, mal sehen, was mir das Netz da bietet …

8 Antworten auf „Thema Segeln – was lest ihr so?“

  1. Ich mach s ähnlich wie Du 😉
    Die „Segler-Bravos“ Yacht und Segeln als Papier und zu Recherche Zwecken online…

    Gute Blogs wie Digger-Hamburg oder Mind-Storm

    Segeln-Forum – dort aber jeweils nur ganz bestimmte Kategorien.
    Ein Jahr war z.B. „Führerscheine“
    Ein anderes Jahr „Segelboote “ aktuell.

    Ergänzen könnte man ab und an noch ein gutes Buch 😉

    Mit „Lesen“ wär’s das dann schon…
    … dann käme jetzt dann die Unterhaltung zum Informationsaustausch.

    Servus
    Robert

  2. Ich möchte noch hinzufügen, dass es RSS-Feeds für die Yacht und Segelreporter.com gibt. Auch wenn es für Leute von z.B. Google ein veraltetes System ist mag ich es, wenn ich automatisch, ohne meine Email zu hinterlegen und ohne Werbung über die neusten Schlagzeilen informiert werde. Leider werden Seiten mit einem RSS-Feed immer weniger.

    Liebe Grüße

    Fred

  3. Moin Thomas,

    ich schreibe jetzt mal für float. Es war unser Ansatz, andere Themen aufzugreifen. Wir bringen leseintensivere Themen und vor allem zeitloses. Yacht, Segelreporter und Co. sind sehr gute, professionelle Portale, vor allem für Nachrichten aus der Szene, Regattaberichte und Co. Wir haben bei der Gestaltung von float beschlossen, einen anderen Weg zu gehen, denn wer braucht schon noch eine Seite, die blitzaktuell von den wichtigen Regatten und Co. berichtet, wenn es bereits zwei, drei richtig Gute gibt?

    Die Saison naht und da können wir dann unsere Stärke ausspielen. Im Winter sind leseintensive Reportagen ja schon etwas schwieriger zu entwickeln. Wir haben irre viel vor und die Seite entwickelt sich prächtig. Wir liegen bei den Leserzahlen weit über dem, was wir gedacht hätten zu diesem Zeitpunkt. Und das schöne daran: Die Leute lesen – im Gegensatz zu den anderen Portalen – am meisten abends zwischen 19 bis 23 Uhr. Dazu am Wochenende sehr viel. Das bedeutet, dass sich die Leute Zeit nehmen für die Seite und deren Inhalte und nicht nur während der Arbeit überfliegen.

    Ansonsten lese ich noch Sailing Anarchy, zusätzlich zur Yacht und Segelreporter und schnappe viele Artikel von Blogs auf Facebook auf.

    Floatmagazin.de liefert übrigens auch einen RSS Feed aus. Ich nutze selbst RSS Feeds.

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