Seychellen – Ein Törnbericht Teil 1

Für dieses Jahr sollte es einmal (zumindest für uns) etwas besonderes werden – nachdem wir schon öfters das Mittelmeer unsicher gemacht haben, vor zwei Jahren einen Törn in der Karibik an den Windward Islands mit zwei Überfällen hinter uns gebracht haben, sollten es dieses Jahr die Seychellen im Indischen Ozean werden. Natürlich nicht mit unserer BENTE, sondern mit einem Charterschiff. Hier nun unser Reisebericht über zwei Wochen Seychellen während der Osterferien.

Die Vorbereitung

Bereits im Sommer letzten Jahres haben wir die Vorbereitung gestartet – wir, das sind meine Frau, unser 12-jähriger Sohn und ich. Also zu dritt in den indischen Ozean. Zwei Dinge galt es, früh zu buchen: Das Schiff und die Flüge.

Welches Schiff?

Bisher bin ich eigentlich nur Monos gesegelt (ausser zu Zeiten, als ich mit einem Hobie Cat unterwegs war), aber dieses Mal sollte es ein Katamaran werden. Uns war bewusst, dass zu dieser Jahreszeit eher schwache Windbedingungen herrschen und so war uns das Platzangebot wichtiger und mit einem Kat hatten wir die Hoffnung, näher am Ufer ankern zu können. Von einem Bekannten, der schon auf den Seychellen war. bekamen wir eine Charterempfehlung und so haben wir über Scansail einen 40 Fuß Katamaran von Leopard gechartert. Am Ende war es dann ein Schiff von sunsail, das unter der Bezeichnung sunsail 40 läuft, dahinter steckt aber der Leopard. Doch warum gerade ein Leopard? Letztendlich fanden wir die Aufteilung am Schiff sehr gut und der Leopard hat einen direkten Zugang von der Kajüte nach vorn durch eine Tür, was im täglichen Leben im nachhinein sehr praktisch war.

Flug

Beim Flug war es etwas schwieriger – von München gibt es leider keine Direktflüge und die Alternativen waren:

Mit der Turkish Airline über Istanbul. Das wäre am schnellsten und günstigsten gewesen, war uns aber in der derzeitigen politischen Situation zu unsicher. Mit den Emirates über Dubai – nicht zu bezahlen oder mit der Lufthansa über Wien und Addis Ababa nach Mahe. An Ende wurde es die Lufthansa, aus unserer Sicht die beste Mischung aus Preis und Leistung.

Jetzt hatten wir also noch sechs Monate Zeit für die genauere Törnplanung. Und das ist leider nicht so einfach, denn hier Literatur zu finden ist schwierig. Also am besten viele Menschen fragen die Törnplanungen der Vercharterer im Internet studieren und dann selbst über Seekarten und google recherchieren. Wir haben dann doch noch ein „Standardwerk“ entdeckt, den Nautical Pilot von Alain Rondeau und bekamen auch sehr gute Infos von Scansail. Am Ende glaubten wir, die meisten und wichtigsten HotSpots zu kennen und waren dann doch gut vorbereitet. Und so gings dann Anfang April los.

Der Start

Flughafen direkt am Strand

Wir sind Freitag Abend los und am Samstag Mittag angekommen. Das war ganz praktisch, denn man konnte nachts schlafen und die Seychellen, haben den Vorteil, dass es nur zwei Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland sind – ideal. Am Flughafen wurden wir gleich von unserem Taxi erwartet und nach 20 Minuten kamen wir bei 31 Grad in der Marina Eden auf Mahe an. Hier gab es dann einen Super-Service – nachdem unser Schiff am Ende eines endlos langen Stegs lag, wurde unser Gepäck mit einem Golfcar bis vors Schiff gefahren. Bei der Hitze wirklich klasse.

Der ewig lange Steg

Sehr professionelle Schiffsübergabe, der vorbestellte Proviant war an Bord und der Kat machte einen hervorragenden Eindruck. Alles sehr sauber, in Ordnung und es hat an nichts gefehlt. Am Sonntag morgen gab es ein sehr gutes Briefung von sunsail zum Revier und wir sind dann noch mit dem Taxi zum Supermarkt gefahren, frisches Obst und Gemüse einkaufen und gegen Mittag geht’s dann endlich los.

Unsere „Sylvi“

Vor Mahe gibt es ein kleine Inselgruppe, Sainte Anne Island, ideal zum starten und Schiff kennen lernen. Ca. 1 Stunde von Mahe entfernt und schon zwischen den Inselgruppen die ersten Spots zum schnorcheln und entdecken der Fischwelt. Anker werfen und in der Bucht die erste Nacht außerhalb des Hafens verbringen.

Erster Sonnenuntergang

Der erste Teil im Norden

Nachdem das Revier an sich ja nicht sehr groß ist, gibt es eigentlich nur zwei lange „Schläge“, einmal von den Mahe zur Inselgruppe mit Praslin und La Digue und zurück. Die Strecke sind ca. 30 sm und so sind wir früh los um mit einem kurzen Zwischenstopp bei Cousine in die Baie Ste Anne auf Praslin.

Erster Fang

Hier gibt es einen von drei „Häfen“ auf den Seychellen, insofern man das so bezeichnen kann. Ein Steg von einer Charterfirma für ca. 15 Schiffe und das wars. Das war dann auch das einzige Mal mit Strom und Wasseranschluss, das gibt es sonst nur noch in der Marina auf Mahe. Und hier wurde es dann schon etwas kurios. Es gibt zwei Häfen mit Stromanschluss auf den Seychellen, aber die beiden haben unterschiedliche Stromanschlüsse. Also hat mal schnell ein freundlicher Mitarbeiter der Charterfirma einen anderen Stecker ans Kabel montiert, denn Adapter gab es nicht …

Die komplette Hafenanlage – aber mit Strom und Frischwasser

Am nächsten morgen ging es mit dem Taxi ins Innere der Insel, hier ist der Nationalpark mit seinen Coco de Mer und dem Regenwald wirklich sehenswert – sogar mit deutschem Führer. Ein unglaubliche Vielfalt an Palmen und Kokosnüssen und eine interessante Tierwelt. Zurückgekommen ging es dann mit unserem Schiff weiter nach Curieuse Island im Norden von Praslin.

 

In der Laraie Bay fanden wir einen traumhaften und sehr ruhigen Ankerplatz. Bei der Fahrt mit dem Dinghi an Land haben wir uns über die großen Steine gewundert – die sich plötzlich bewegten. Riesige und uralte Landschildkröten laufen über die unbewohnte Insel und wir konnten sie aus nächster Nähe beobachten.

Die einzigen Bewohner der Insel

Um 17.00 Uhr kamen dann einige Ranger vom Nationalpark und machten uns klar, dass man die Insel nun verlassen muss, da ab diesem Zeitpunkt niemand mehr auf der Insel sein darf. Kein Problem, zurück zum Schiff, Grill anwerfen und den Abend geniessen. Bei der Rückfahrt stellten wir fest, dass der Motor am Dinghi nicht richtig funktionierte – er lief Vollgas, aber wir kamen kaum voran – Schraube kaputt. Jetzt merkten wir, wie hilfreich so ein Charter sein kann. Ein Anruf bei unserer Base und wir hatten für den nächsten Tag einen Termin zur Reparatur unseres Motors. Neue Schraube montiert – alles wieder ok.

 

Und so ging es weiter über die Bucht von Volbert, wo es am Strand immerhin ein paar Restaurants und einen Laden gibt, nach Aride Island, einem weiteren Highlight. Aride Island ist bekannt als die Vogelinsel, auf der nur einige Wissenschaftler leben. Man kann dort nicht über Nacht ankern und auch nicht selbst an Land, da eine hohe Dünung die Fahrt mit dem Dinghi fast unmöglich macht. Ruft man vorher an, kann man vor dem Strand ankern und wird mit einem großen Schlauchboot (mit Schwimmwestenpflicht) abgeholt und die Wissenschaftler machen eine individuelle Führung über die Insel und ihre Vogelwelt. Hier gibt es Arten, die nur dort vorkommen und die Tour ist absolut empfehlenswert. Am nachmittag war dann genügend Zeit, um weiter nach La Passe auf La Digue zu fahren.

 

wie es weiter geht, lest ihr bald in Teil 2 …

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